Was ist die Optomap Weitwinkelaufnahme?
Die menschliche Netzhaut ist weit mehr als ihr Zentrum – gut 70 % ihrer Fläche liegen in der Peripherie, also im äußeren Bereich, der bei einer herkömmlichen Fundusuntersuchung mit der Spaltlampe nicht oder nur eingeschränkt eingesehen werden kann. Genau hier setzt die Optomap Weitwinkel-Netzhautaufnahme an: Sie erfasst mit einem einzigen, sekundenschnellen Aufnahmevorgang bis zu 200° des Augenhintergrundes – das entspricht mehr als 80 % der gesamten Netzhautfläche.
In unserer Praxis in Ludwigshafen-Gartenstadt setzen wir die Optos Daytona ein – ein Weitwinkel-Bildgebungssystem, das mit einem speziellen Scanning-Laser-Verfahren (SLO, Scanning Laser Ophthalmoscopy) arbeitet. Zwei Laserwellenlängen (grünes und rotes Licht) durchdringen dabei verschiedene Netzhautschichten gleichzeitig und liefern ein detailreiches Farb- und Rotfreibild in einem einzigen Schritt.
Untersuchung ohne Augentropfen – was bedeutet das?
Die konventionelle Fundusuntersuchung erfordert häufig eine Pupillenerweiterung mit Mydriatika (Augentropfen). Die Wirkung dieser Tropfen hält mehrere Stunden an und beeinträchtigt währenddessen Sehschärfe, Lesefähigkeit und Lichtempfindlichkeit. Autofahren ist in dieser Zeit nicht möglich.
Die Optomap-Aufnahme kommt in der Regel vollständig ohne diese Tropfen aus. Das Gerät arbeitet auch bei einer normalen, nicht geweiteten Pupille zuverlässig und liefert hochauflösende Aufnahmen. Für Sie bedeutet das: keine Wartezeit, keine verschwommene Sicht nach der Untersuchung – und Sie können die Praxis direkt im Anschluss mit dem Auto verlassen.
Weitwinkelaufnahme vs. klassische Fundusuntersuchung
| Kriterium | Klassische Funduskopie | Optomap Weitwinkelaufnahme |
|---|---|---|
| Erfasstes Sichtfeld | ca. 45° (zentraler Bereich) | bis zu 200° (Zentrum + Peripherie) |
| Augentropfen nötig? | Häufig ja (Mydriatika) | In der Regel nicht erforderlich |
| Fahrtauglichkeit danach | Eingeschränkt für mehrere Stunden | Sofort gegeben |
| Periphere Netzhaut | Schwer einsehbar | Klar dokumentiert |
| Verlaufsdokumentation | Eingeschränkt vergleichbar | Exakt reproduzierbar, archivierbar |
| Dauer der Aufnahme | Mehrere Minuten | Wenige Sekunden pro Auge |
Was zeigt die Weitwinkelaufnahme?
Dank des großen Bildfeldes können wir in einer einzigen Aufnahme eine Vielzahl klinisch relevanter Befunde erkennen und dokumentieren:
Periphere Netzhautveränderungen
Gitterförmige Degenerationen, Netzhautrisse, Löcher oder Areale mit erhöhtem Ablösungsrisiko liegen typischerweise in der äußersten Peripherie. Bei stark Kurzsichtigen (Myopie) sind diese Veränderungen besonders häufig – die Weitwinkelaufnahme ermöglicht hier eine zuverlässige Erst- und Verlaufsdokumentation, ohne aufwendige Tropfenuntersuchung bei jedem Termin.
Diabetische Retinopathie
Bei Diabetikern beginnen mikrovaskuläre Veränderungen – Mikroaneurysmen, Blutungen, Exsudate – häufig in der Peripherie der Netzhaut, bevor sie das Zentrum erreichen. Studien zeigen, dass die Weitwinkelaufnahme periphere Läsionen erkennt, die bei einer Standard-Fundusuntersuchung unsichtbar bleiben. Dies ermöglicht eine frühere Therapieentscheidung und kann entscheidend zur Prävention schwerer Sehverluste bei Diabetischer Retinopathie beitragen.
Gefäßverschlüsse & Durchblutungsstörungen
Venöse und arterielle Verschlüsse im peripheren Netzhautbereich sind oft asymptomatisch, bis sie das Zentrum betreffen. Die Weitwinkelaufnahme macht ischämische Areale, Kollateralgefäße und Neovaskularisationen sichtbar – wichtige Informationen für die Therapieplanung.
Verlaufskontrolle bekannter Erkrankungen
Bei Makuladegeneration, Glaukom und anderen chronischen Netzhauterkrankungen ermöglicht die exakte Reproduzierbarkeit der Optomap-Aufnahme einen präzisen Seitenvergleich über Jahre hinweg – selbst subtile Progression wird sichtbar.
Für wen ist die Weitwinkeluntersuchung besonders empfehlenswert?
- Stark Kurzsichtige (Myopie ≥ −4 Dioptrien) mit erhöhtem Risiko peripherer Netzhautveränderungen
- Diabetiker zur jährlichen Verlaufsdokumentation der Netzhautperipherie
- Patienten mit Lichtblitzen, Rußregen oder neu aufgetretenen Schatten im Sehfeld
- Patienten nach Netzhautoperationen oder Laserbehandlungen zur Nachsorge
- Personen mit familiärer Vorbelastung für Netzhautablösung
Wie läuft die Weitwinkel-Netzhautuntersuchung ab?
Sie schauen kurz in das Gerät und fixieren einen kleinen Lichtpunkt – die Aufnahme erfolgt in weniger als einer halben Sekunde pro Auge. Es gibt keinen unangenehmen Lichtblitz wie bei herkömmlichen Funduskameras. Das Ergebnis ist sofort auf dem Bildschirm sichtbar, und ich bespreche die Aufnahme unmittelbar mit Ihnen: Welche Bereiche sind unauffällig, wo sind Veränderungen erkennbar, was ist zu kontrollieren?
Die Aufnahmen werden in Ihrer digitalen Patientenakte archiviert und dienen als Referenz für künftige Vergleichsuntersuchungen. So entsteht über Jahre hinweg eine lückenlose Verlaufsdokumentation – ein wertvoller Baustein für die langfristige Netzhautgesundheit.
Häufige Fragen zur Weitwinkel-Netzhautuntersuchung
Kann ich danach sofort Auto fahren?
Ja. Da bei der Optomap-Untersuchung in der Regel keine Pupillenerweiterung notwendig ist, bleibt Ihre Sehschärfe unverändert. Sie können die Praxis direkt im Anschluss mit dem Auto verlassen.
Was ist der Unterschied zur klassischen Spaltlampenuntersuchung?
Die Spaltlampenuntersuchung des Augenhintergrundes erfasst etwa 45° der zentralen Netzhaut – ein wertvolles Verfahren, aber ohne Einblick in die Peripherie. Die Optomap dokumentiert bis zu 200°, also mehr als 80 % der Netzhautfläche, in einem einzigen Bild. Beide Verfahren ergänzen sich und ersetzen sich nicht gegenseitig.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die Optomap-Aufnahme ist für gesetzlich Versicherte in der Regel eine Selbstzahlerleistung. Sie ist fester Bestandteil unseres Premium Augen-Check-Ups und kann auf Wunsch auch separat gebucht werden. Privatpatienten erhalten sie je nach Tarif erstattet.
Auf einen Blick: Netzhautuntersuchung ohne Tropfen
- Erfasst bis zu 200° der Netzhaut – mehr als 80 % der gesamten Fläche in einem einzigen Bild
- Keine Augentropfen zur Pupillenerweiterung erforderlich – volle Fahrtauglichkeit danach
- Aufnahmedauer: weniger als eine halbe Sekunde pro Auge
- Erkennt periphere Risse, Degenerationen und frühe diabetische Veränderungen, die bei der Spaltlampe unsichtbar bleiben
- Wir verwenden die Optos Daytona – Weitwinkel-SLO mit Farb- und Rotfreibildern
- Alle Aufnahmen werden digital archiviert für präzise Verlaufsvergleiche über Jahre
- Standardmäßig im Premium Augen-Check-Up enthalten
Weitwinkelaufnahme in Ludwigshafen vereinbaren
Für Patientinnen und Patienten aus Ludwigshafen, Gartenstadt, Maudach, Oggersheim, Mannheim und der gesamten Rhein-Neckar-Region bieten wir die Optomap Weitwinkelaufnahme als Teil eines umfassenden Vorsorgekonzepts an. Sprechen Sie uns an – über das Kontaktformular oder direkt in der Praxis in der Leininger Str. 53, 67067 Ludwigshafen-Gartenstadt.